Nachhaltigkeit von Rechenzentren im Griff

München, 20. November 2019. Das Thema Nachhaltigkeit bei Rechenzentren rückt nicht erst seit den Aktivitäten von Fridays for Future in den Vordergrund. Neu gebaute Rechenzentren wie unser SDC Datacenter orientieren sich ganz selbstverständlich an den neusten Erkenntnissen und werden gemäß den aktuellen Anforderungen des Marktes konzipiert. Schließlich können IT-Betreiber durch den Wechsel in ein hoch effizientes Rechenzentren wie das SCD bis zu einem Vielfachen ihres Stromverbrauchs einsparen und entlasten damit auch die Umwelt.

Als immer noch eine der wichtigsten Messgrößen in Sachen Nachhaltigkeit von Rechenzentren gilt der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness): Dieser Wert setzt Energie, die insgesamt in einem Rechenzentrum verbraucht wird, ins Verhältnis mit der Energieaufnahme der IT-Infrastruktur. Bewegten sich vor einigen Jahren noch die Werte neuer Rechenzentren zwischen 2 und 3, lassen sich heute mit modernen Techniken bereits Werte unter 1,3 erreichen, den wir auch im SDC erzielen.

Die neue europäische Norm DIN EN 50600 ist ein weiterer Orientierungspunkt bei Design und Bau von Datacentern. Sie fasst bisher getrennte Regelungen und Normen zusammen und definiert Standards für „Verfügbarkeit, Sicherheit und Energieeffizienz über die geplante Lebensdauer eines Rechenzentrums“. Dazu regelt die Norm die bauliche Konstruktion von Rechenzentren sowie Aspekte der Sicherheit und des Managements. In Bezug auf die Energieeffizienz wird erstmals festgelegt, in welcher Detailtiefe sie gemessen werden soll. Unser SDC in Kirchheim wird eines der ersten Rechenzentren überhaupt sein, bei dessen Bau nach dieser Norm geplant wurde und dass die darin beschriebene, höchste Verfügbarkeitsklasse 4 erreicht.

Aber auch abseits der Anstrengungen, Standards einzuhalten und bestimmte Vorgaben zu erreichen, bieten sich für Rechenzentrumsbetreiber Möglichkeiten, effizient und nachhaltig zu wirtschaften. So sollten etwa Kühlung und Stromversorgung richtig dimensioniert und dann möglichst nahe am Optimum betrieben werden. Ideal ist dabei ein modularer Aufbau, denn so müssen nur jeweils die Komponenten installiert und betrieben werden, die auch genutzt werden. Auch die IT-Hardware-Komponenten werden immer widerstandsfähiger gegen höhere Temperaturumgebungen. Rechenzentren kommen damit häufiger mit einer Freikühlung aus – also der Kühlung lediglich durch die Außentemperatur.

Mehr Effizienz durch Adiabatik

Diese freie Kühlung bietet alleine schon ein hohes Einsparpotenzial, das sich jedoch noch weiter optimieren lässt. Vielversprechendster Ansatz dafür ist die sogenannte „adiabate Kühlung“, die Kühlung durch Verdunstung: Durch den Phasenübergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand entzieht dabei das Wasser der vorbeiströmenden Luft Wärme. Damit sinkt die Temperatur. Anbietern zufolge lässt sich durch Freikühlanlagen mit Adiabatik im günstigsten Fall komplett auf die aufwendige, mechanische Kühlung verzichten.

Um zu verhindern, dass die Luftfeuchtigkeit im Rechenzentrum und damit auch die Korrosionsgefahr der Hardware ansteigt, empfiehlt sich eine indirekte freie Kühlung. Dabei sorgt ein meist auf dem Dach installierter Luft-Luft-Wärmetauscher für den Wärmetransfer. Im Gegensatz zur direkten Luft-Luft-Kühlung behält der Betreiber dabei immer die exakte Kontrolle über die Luftqualität im Inneren.

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